STK: Die Steirischen Terroir- und Klassikweingüter

Die STK-Winzer als Gruppen-Porträt im Fasskeller

In der Südsteiermark kommt man um eine Abkürzung nicht vorbei. STK. Oder in lang: die Steirischen Terroir- und Klassikweingüter. Was folgt, ist eine Geschichte über Freunde, die sich zusammenfanden, um Weine mit Herkunft auf die Flasche zu bringen.

Miteinander statt gegeneinander. Gemeinsam wachsen, als Gruppe eine Region prägen. Was im deutschen Weinbau nach wie vor noch rar gesät ist, ist in Österreich tatsächlich Gang und Gäbe. Hier ist es vollkommen normal, dass sich Winzer zusammentun und als Vereinigung gemeinsam an einem Strang ziehen. So, wie es die Rubin Carnuntum Weingüter zum Beispiel machen und so dafür gesorgt haben, dass das Carnuntum in aller Munde ist. Und was wäre die Wachau ohne Federspiel und Smaragd? Ohne Vinea Wachau gäbe es die nicht! Gut, da herrscht momentan ein wenig Zwist, weil die Qualitätspyramide auf den Mostgewichten aufbaut und eben nicht wie bei den STK-Winzern auf die Herkunft an sich setzt, wo die Lage die Qualität bestimmt – und nicht der Zuckergehalt.

Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum die DAC-Einführung in der Südsteiermark so reibungslos vonstatten ging, während sie in der Wachau jetzt wohl eher zur Lagerbildung zu führen scheint. Aber fangen wir in Sachen STK mal ganz von vorne an. Für einen besseren Überblick samt Sinnzusammenhang. Obwohl die Vereinigung der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter erst im Jahr 1993 gegründet wurde, fängt die STK-Geschichte eigentlich schon viel früher an. Nämlich in den 1970er- und 1980er-Jahren. Damals waren es Winzer wie Manfred Tement, Wilhelm Sattler, Alois Gross sowie Erich und Walter Polz, die die komplett verarmte Region mit ihren qualitativ hochwertigen Weinen nach und nach wieder aufpäppelten.

Die STK-Winzer als Gruppe am Fuße einer barocken Treppe
Die STK-Winzer während ihrer Raritäten-Präsentation 2019 ©Anna Stöcher

STK: Herkunft ist alles

Solch eine Qualitätssteigerung passiert natürlich nicht über Nacht. Und man schafft sie eben auch nicht allein. Die Winzer tauschten sich regelmäßig aus, diskutierten mit- und halfen einander. Nach und nach kamen weitere Winzer dazu. Gemeinsam machten sie sich daran, das Terroir und die klimatischen Besonderheiten der Südsteiermark in den Vordergrund zu stellen. Die Herkunft sollte in den Weinen schmeckbar sein. 1993 wurde mit der STK-Gründung dieser Anspruch erstmals klar definiert.

Als logische Konsequenz nahm man sich dann der Lagenklassifizierung an. Für die Auszeichnung ihrer besten Lagen haben die STK-Winzer sehr strenge Kriterien erarbeitet:

  • Es muss sich um eine Hanglage handeln, mit Exposition von Ost bis West und mit günstigem Mikroklima.
  • Die Reben müssen mindestens zwölf (Erste STK) bzw. fünfzehn (Große STK) Jahre alt sein.
  • Der Hektarertrag liegt mit 4.500 l weit unter dem gesetzlichen Limit.
  • Die Trauben werden per Hand selektiv geerntet.
  • Die Weine müssen im Keller ausreichend Entwicklungszeit bekommen – Erste STK-Rieden erscheinen frühestens im September 12 Monate nach der Ernte, Große STK-Rieden haben eine Kellerreife von mindestens 18 Monaten.
  • Das Reifepotential des Weines ist ein entscheidendes Merkmal. Erste STK-Weine müssen mindestens fünf Jahre und Große STK-Weine mindestens zehn Jahre Entwicklungspotential aufweisen.
  • Darüber hinaus ist eine naturnahe Bewirtschaftung garantiert.

Und dann kam DAC

Ihr seht: da wurde schon recht detailliert dran gefeilt. Und genau das ist dann auch das Geheimnis, warum die DAC-Einführung Jahre später derart reibungslos verlief. Denn auch hier geht es ja schließlich um die Lagen. Da die STK-Winzer die Einteilung der Lagen in Gebiets-, Orts- und Riedenweine schon hinter sich hatten, halfen sie bei der DAC-Einführung mit ihren Kenntnissen aus.

Gruppenfoto von den STK-Winzern
Bei ihnen zählt nur eins: Qualität. ©Anna Stöcher

Und das auch aus gutem Grund: “Die DAC-Richtlinien sind die Basis dafür, dass in späteren Jahren auch die Riedenklassifizierung auf die gesamte Steiermark angewendet werden kann“, erklärt Katharina Tinnacher. “Wir wollen erreichen, dass die Klassifizierung allen Weingütern offensteht und dass sie gesetzlich verankert wird. Das Ziel ist eine Höherpositionierung der gesamten Steiermark, wir selbst verstehen uns als Pioniere und Wegbereiter dafür.“

Die nächste Generation macht weiter

Mit dieser Hilfestellung und der Fähigkeit, über die eigenen Interessen hinauszudenken, zeigte dann übrigens schon die zweite Generation der STK-Winzern, dass sie ihren Vätern und Müttern in nichts nachstehen. Denn ja, inzwischen hat auf fast jedem Weingut die nächste Generation übernommen. Aus zehn sind zwölf STK-Winzer geworden. Nämlich:

Nach wie vor arbeiten die Winzer daran, eine gemeinsame Wein-Sprache zu definieren, die der vinophilen Eigenart der Steiermark Ausdruck und Gehör verschafft. Und das mit anhaltendem Erfolg. Zahlen sind da der beste Beweis. So stieg etwa der Anteil der Flaschen mit dem Prädikat Erste STK-Riede oder Große STK-Riede bei den Betrieben von 18 auf 24 Prozent. Dass damit auch international Furore gemacht wurde, erkennt man an der Absatzentwicklung. Der Exportanteil der STK-Weingüter lag im Jahr 2007 bei 12 Prozent, heute exportieren sie ein Viertel ihrer Produktion. STK ist damit – im wahrsten Sinne des Wortes – in aller Munde!

Copyright Titelbild: ©Wolfgang Niederl/Moodley

*Dieser Text wurde weder in Auftrag gegeben noch vergütet. Er entstand ohne Einfluss der STK-Weingüter und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider. Gesetzte Links sind nicht kommerziell und dienen allein Service-Zwecken.

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