Wein im Kühlschrank lagern – keine gute Idee

Spielzeugfrosch als Koch verkleidet vor einem blauen Mini-Kühlschrank

Es gibt viele Möglichkeiten, Wein zu lagern. Denn die edlen Tropfen sind robuster, als manche Menschen glauben. Trotzdem gibt es Orte, die sich als langfristige Lösung nicht ganz so gut eignen. Es ist zum Beispiel keine gute Idee, Wein im Kühlschrank zu lagern.

Um es gleich mal vorweg zu nehmen: In diesem Text geht es nicht darum, einen Wein einzukühlen. Oder angebrochene Flaschen für ein paar Tage in den Kühlschrank zu stellen. Auch ist es echt kein Problem, über mehrere Wochen einen Wein im Kühlschrank zu lagern. Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber bei mir kann es schon vorkommen, dass ich einen Wein kalt stelle – und ihn dann doch erstmal nicht öffne. Genusspläne können sich schließlich ändern. Oder die Lust auf diesen oder jenen Wein.

Neulich habe ich mich mit einem Bekannten unterhalten. Allgemein ging es zunächst darum, dass es als Großstädter in einer Mietwohnung gar nicht so einfach ist, Wein längerfristig zu lagern. Und im Speziellen ging es dann unter anderem um unseren Weinlagerschrank. Der Bekannte war der Meinung, dass das rausgeschmissenes Geld sei. Man könne ja auch einfach einen Kühlschrank umfunktionieren. Oder aber einen Teil des Alltagskühlschranks, wenn es nur um ein paar Weinschätze geht.

Wein hat’s im Kühlschrank oft zu kalt

Wein im Kühlschrank lagern? Das ist wirklich keine gute Idee! Und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zum einen wäre da die Temperatur. Klar, es gibt viele Weinmenschen, die fest davon überzeugt sind, dass man Wein besser zu kühl als zu warm lagern sollte. Alles zwischen 10 und 15°C ist super. Wobei auch ein paar Grad mehr jetzt nicht gleich verteufelt werden müssen, meiner Meinung nach. Wichtig ist halt nur, dass es keine krassen Temperaturschwankungen gibt. Im Sommer 30 und im Winter 10 °C – das ist für einen Wein auf Dauer dann doch zu heftig.

Weinkeller, der gerade bestückt wird
Kaum ein Weinliebhaber hat solch einen Keller ©PublicDomainPictures/Pixabay

Das ist jetzt nicht unbedingt das Problem, wenn man Wein im Kühlschrank lagert. Sondern die Temperatur an sich. Die meisten Kühlschränke sind sehr, sehr kalt eingestellt. Nämlich etwa bei 4 °C. Also der klassischen Temperatur, damit die Kühlkette für frisches Fleisch nicht unterbrochen wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, stellen nicht eben wenige Menschen ihren Kühlschrank noch kälter ein. Nun ist es aber so, dass sich Korken bei einer Temperatur von 4 °C oder kälter zusammenziehen. Dadurch kann Luft in den Wein eindringen.

Gerüche im Kühlschrank

Das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen, aber eben doch schon im Laufe einiger Monate. Je mehr Luft in die Flasche kommt, desto schneller reift der Wein. Wobei er auch oxidieren kann. Nicht zu vergessen, dass auch Kühlschrankgerüche besser eindringen können. Ich zum Beispiel liebe ja reifen Käse. Der riecht oft ordentlich. Nur mal so als eines von vielen, vielen unterschiedlichen Beispielen.

Auch Gerüche gehen nicht innerhalb von einem Tag auf den Wein über. Logisch. Stinkekäsedauerfeuer ist aber durchaus ein weiterer Grund, warum es keine gute Idee ist, Wein im Kühlschrank über längere Zeit zu lagern.

Viele Weinflaschen aufgetürmt im Kühlschrank
Wein lässt sich leider nicht ohne Folgen längerfristig im Kühlschrank lagern ©ReinhardtHrainer/Pixabay

Wein im Kühlschrank – was noch dagegen spricht

Gut, werden jetzt vielleicht einige Menschen einwenden, man kann ja auch einen normalen Kühlschrank umfunktionieren und als Weinlagerschrank nutzen. Da stellt man dann die Temperatur so ein, dass sich der Korken nicht zusammenzieht. Und wenn ausschließlich Wein im Kühlschrank gelagert wird, erübrigt sich auch das Problem mit den Gerüchen. Also ist doch alles gut. Oder?

Nein, ist es leider nicht. Denn ein Kühlschrank vibriert. Und genau diese Vibrationen stressen einen edlen Tropfen. Zugegeben, auch ein Weinlagerschrank vibriert. Allerdings bei Weitem nicht so stark wie ein haushaltsüblicher Kühlschrank. Damit ist er immer noch eine recht gute Alternative, wenn man eben keinen geeigneten Keller hat. Wein im Kühlschrank zu lagern – und zwar dauerhaft – ist indes keine gute Lösung, um den nicht vorhandenen Weinkeller zu kompensieren.

Copyright Titelbild: ©Alexas_Fotos/Pixabay

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