Wein zu Gulasch – was passt?

Pfanne mit Gulasch

Rindergulasch, Szegediner Gulasch, Wildgulasch oder aber Wurstgulasch. Das ungarische Nationalgericht ist in all seinen Variationen auch hierzulande aus der Küche und auf den Tellern nicht mehr wegzudenken. Bleibt nur noch die Frage, welcher Wein zu Gulasch passt. Und der widmen wir uns jetzt.

Mal ehrlich: so ein Gulasch ist nicht nur eine höchst schmackhafte, sondern auch eine sehr praktische Angelegenheit. Es ist ohne viel Aufwand vorbereitet, köchelt lange vor sich hin und füllt die Wohnung währenddessen mit einem verführerischen Duft, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Und dann ist es vor allem eins: äußerst lecker. Klar, wenn es um das Rezept für Gulasch geht, kann es leicht mal zu heißen Diskussionen kommen. Schließlich hat da jeder so seine persönlichen Vorlieben. Ist die Frage, ob es denn nun Rindergulasch, Wildgulasch oder aber Szegediner Gulasch gibt, geklärt, stellt sich die nächste: welcher Wein zu Gulasch?

Auch hier sind die Vorlieben natürlich unterschiedlich. Aber zum Glück kann es da nicht so schnell zu Grabenkämpfen kommen. Denn eines haben (fast) alle Gulasch-Variationen gemein. Sie sind durchs Schmoren herrlich intensiv. Und sie werden vom Fleischgeschmack dominiert. Natürlich kann man auch einen feinen Weißwein zu Gulasch reichen. Einen Weißburgunder zum Beispiel. Er wird ob der Intensität des Gerichts nur leider gnadenlos untergehen. Und auch Fans von deutschen Spätburgundern sollten in Sachen Wein zu Gulasch tapfer sein. Schließlich ist so ein Spätburgunder jetzt nicht gerade für seinen kräftigen und vollen Körper bekannt. Auch er hat es deswegen in der Regel (Ausnahmen gibt es immer) als Wein zu Gulasch keinen guten Stand. Hier darf es – unabhängig von der Beilage – nämlich gerne etwas intensiver zugehen. Kommen wir also mal zum Eingemachten.

Wein zu Gulasch: Hoher Topf, in dem gerade Gulaschfleisch angebraten wird
Auf die Töpfe, fertig, los: Welcher Wein zu Gulasch passt? © annaklein/Pixabay

Wein zu Gulasch: Allgemeine Tipps

Mögt ihr euer Gulasch lieber mit Pilzen oder mit Paprika? Für die Weinauswahl selbst spielt diese Frage nur eine untergeordnete Rolle. Denn es kommt auf das Fleisch an. In der Regel landet hier Rind im Topf. Manchmal auch mit Schwein oder Lamm gemischt. Durch das stundenlange Köcheln intensivieren sich die Fleisch-Aromen. Vor allem, wenn neben Pilzen oder Paprika noch Kräuter wie Lorbeer, Thymian oder Rosmarin mit im Spiel sind. Solch eine Kräuterwürze findet man gerne auch mal in einem Syrah wieder. Vor allem, wenn er von der Rhône kommt. Wer es lieber etwas geschmeidiger im Glas haben möchte, wird auch mit einem Bordeaux-Blend nichts falsch machen – ganz egal, ob der nun aus dem Mutterland Frankreich oder aber aus Südafrika stammt.

Wer dann doch lieber reinsortig genießen möchte und nicht so auf Cuvées steht, dem kann ich an dieser Stelle entweder einen Merlot oder aber einen Cabernet Sauvignon empfehlen. Beide haben genügend Power, um sich neben dem Gulasch zu behaupten. Selbiges gilt übrigens auch für einen Brunello di Montalcino. Willkommen in der Toskana! Hier findet ihr die ideale Kombination aus Fruchtigkeit und Holznoten. Falls ihr übrigens auch einen ordentlich Schuss Wein an euer Gulasch gebt, um es noch raffinierter zu machen, dann nehmt dafür am besten den Wein, den ihr anschließend auch zum Essen reicht. Aber das nur am Rande. Kommen wir wieder zum Thema Wein zu Gulasch (und nicht im Gulasch).

Ein Tontopf mit Gulasch, Petersilie und Chili als Dekoration, am Rand liegt ein Holzlöffel
Hier stellt sich die Frage: Welcher Wein zu Gulasch? © RitaE/Pixabay

Wein zu Szegediner Gulasch

Etwas leichter darf es beim Szegediner Gulasch zugehen. Denn Sauerkraut und Sauerrahm, die hier reingehören, bringen, man ahnt es schon, eine säuerliche Note mit. Reicht man zu diesem Gulasch einen sehr gerbstoff- und extraktreichen Wein, könnte sich das am Gaumen etwas arg ruppig anfühlen. Also lasst an dieser Stelle den Shiraz aus dem Barossa Valley mal lieber im Keller und probiert stattdessen mal einen ungarischen Kékfrankos. Ja genau, Blaufränkisch. Der hat ja nun auch nicht gerade wenig Tannine, aber die ungarische Variante besticht durch einen schlankeren Körper. Selbiges gilt auch für den deutschen Blaufränkisch: Lemberger. Der ist meist allerdings samtiger am Gaumen, passt aber auch gut.

Vielleicht auch ganz interessant zu Szegediner Gulasch kann eine Chianti Classico Riserva sein. Das ist dann zwar geschmacklich eine ganz andere Nummer, aber der Holzausbau verleiht der Rebsorte Sangiovese etwas mehr Körper, erhält aber die feine Säure. Ich war echt überrascht, wie gut das passen kann.

Wein zu Gulasch: Szegediner Gulasch mit einem Knödel
Szegediner Gulasch wird am besten mit einem Knödel serviert. © RitaE/Pixabay

Wein zu Gulasch mit Wild

Wildfleisch ist nicht nur besonders aromatisch, sondern auch intensiv. Hier sollte es im Glas ähnlich zugehen. Allerdings auch nicht unbedingt fett und extraktreich. Gerade wenn Reh im Spiel ist – und eben nicht Hirsch. Wie wäre es da zum Beispiel mit einem Lagrein? So ein Südtiroler Lagrein ergänzt die Aromen ideal. Wer es eine Nummer eleganter und trotzdem intensiv haben möchte, der greift einfach zu einem Blaufränkisch aus dem Burgenland oder Carnuntum. Gerne gereift. Denn dann sind die Tannine schon etwas runder. Ein echter Hochgenuss in Sachen Wein zu Gulasch, wenn ihr mich fragt.

Wobei ich auch ein sehr großer Fan von Châteauneuf-du-Pape zu Wildgulasch bin. Hier finden sich dann nämlich wieder schöne Kräuternoten, die mit dem Gericht sehr gut harmonieren. Generell landen bei mir gerne Weine der südlichen Rhône im Glas, wenn es bei uns Wildgerichte gibt. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. Wenn ihr gerne Rotweine aus Übersee genießt, dann probiert doch auch mal einen Malbec aus Chile oder Argentinien zu eurem Wildgulasch. Herrlich intensiv, aber nicht dominant. Eine sehr gelungene Kombination.

Ein tiefer weißer Teller mit Wurstgulasch und einem Esslöffel
Wurstgulasch ist im Gulasch-Universum eine Sache für sich. © dulezidar/iStock

Wein zu Wurstgulasch

Bleibt jetzt nur noch der Sonderfall Wurstgulasch, das vor allem in Ostdeutschland sehr beliebt ist. Statt Rind- oder Wildfleisch kommt hier Jagdwurst zum Einsatz. Und natürlich Tomatensoße. Da ein Wurstgulasch nun wahrlich nicht lange geschmort wird, haben extraktreiche und intensive Weine hier keine Chance. Beziehungsweise, haben sie schon, denn sie machen mit ihrer Aromenwelt das Essen einfach platt. In diesem speziellen Fall kann ich nur sagen: es muss ja nicht immer Wein zu Gulasch sein. Hier greife ich persönlich dann doch lieber zu einem Bier.

Das mache ich übrigens auch, wenn das Wurstgulasch mit Brat- oder Currywurst zubereitet wird. Auch hier ist die Zubereitung schließlich eine eher schnelle Nummer, die Geschmacksnuancen dementsprechend nicht so intensiv. Wer trotzdem gerne einen Wein dazu genießen möchte, der ist an dieser Stelle dann vielleicht doch mit einem deutschen Spätburgunder ganz gut bedient. Der kann sich in diesem Fall gut durchsetzen und ergänzt mit seiner schlanken Fruchtigkeit die Sauce auf Tomatenbasis sehr gut. Wie immer gilt: das alles hier sind lediglich Vorschläge. Letztlich kommt es auf euren Gaumen und euren Geschmack an. Experimentiert also gerne ein wenig herum. So oder so hoffe ich, dass ich euch ein paar Anregungen gegeben konnte. Womit mir nur noch eines bleibt. Nämlich euch einen guten Appetit zu wünschen!

Copyright Titelbild: ©zeleno/iStock

*Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Für detaillierte Tipps wendet euch bitte an den Sommelier eures Vertrauens. Gesetzte Links dienen Service-Zwecken und sind nicht kommerziell.

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