Wein zu Pizza – was passt?

Welcher Wein zu Pizza: eine geschnittene Pizza auf schwarzem Boden

Bella Italia! Was hast du nur für köstliche Speisen! Einer der Dauerbrenner hierzulande ist definitiv Pizza. Und zwar in allen Variationen. Für den ultimativen Genuss bleibt nur die Frage, welcher Wein zu Pizza passt. Kommen wir zu den besten Pairing-Tipps.

Wusstet ihr, dass die Pizza Margherita ein immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO ist? Kein Witz! Okay, streng genommen nicht die Pizza an sich, sondern die “Kunst des neapolitanischen Pizzabackens”. Und zwar seit 2017. Das ist auf den ersten Blick eher ungewöhnlich, auf den zweiten aber durchaus logisch. Denn die aus Neapel stammende Köstlichkeit hat nicht nur viel mit italienischem Genuss, sondern eben auch mit italienischer Kultur zu tun. Nämlich der Esskultur. Und zu dieser gehört nun mal auch Wein zu Pizza.

Ihr ahnt es vielleicht schon: die gleich folgenden Pairing-Tipps stammen größtenteils aus Italien. Denn auch hier gilt der Grundsatz “What grows together, goes together”. Oder anders ausgedrückt: Wenn Gerichte aus bestimmten Regionen kommen, dann passt der Wein aus der Nähe am besten dazu. Selbiges gilt auch, wenn es um Wein zu Pizza geht. Wobei wir da nun wahrlich nicht in Neapel bleiben, sondern unsere Weinwahl auf ganz Italien ausweiten. Und ein wenig Frankreich und Deutschland werden auch dabei sein. Versprochen.

Welcher Wein zu Pizza: Zwei Pizzen auf einem Holztisch.
Pizza gehört hierzulande zu den beliebtesten Gerichten überhaupt ©AllyGuindi/Pixabay

Wein zu Pizza: Auf die Soße kommt es an

Wenn es um die Wahl des Weins zur Pizza geht, dann orientieren sich die meisten Menschen am Belag. Das ist grundsätzlich auch erst einmal richtig. Allerdings gibt es etwas, das eine nicht minder wichtige Rolle spielt. Nämlich die Soße. Für uns ist es inzwischen schon so selbstverständlich, dass eine Pizza mit Tomatensoße bestrichen wird, dass wir da gar nicht groß drüber nachdenken. Sollten wir aber. Tomaten vertragen nämlich weder viele Tannine, noch einen Alkoholanteil oder eine spitze Säure.

Genau das ist der Grund, warum meistens keine allzu frischen und knackigen Weißweine zu Pizza empfohlen werden. Natürlich könnt ihr einen jungen Riesling dazu trinken. Wundert euch dann aber bitte nicht, wenn ihr einen metallischen Geschmack im Mund habt. Denn genau das wird durch die Kombi mit Tomaten bei einem Wein mit hoher Säure ausgelöst. Selbiges gilt für einen Amarone (sehr viel Alkohol) oder aber einen Shiraz (Tannin!).

Tomatensoße wird auf einen rohen Pizzateig mit seinem Löffel gestrichen
Tomatensoße grenzt die Weinwahl etwas ein ©felix_w/Pixabay

Absolute Wein-Allrounder zur Pizza

Nachdem wir jetzt brav abgearbeitet haben, was nicht so toll passt, kommen wir endlich zu Weinen, die auf jeden Fall zur Pizza gehen. Und das sogar unabhängig vom Belag. Unangefochtener Spitzenpasser in Sachen Wein zu Pizza ist der Chianti Classico. Bitteschön in der einfachen Version, nicht als Riserva oder gar Gran Selezione. Denn bei diesen beiden Qualitätsstufen wird doch mehr im Holz ausgebaut. Greift da lieber zu einem schlichten Chianti Classico, der mit schöner Kirschfrucht und einer etwas höheren Säure brilliert. Gerade die Säure schneidet sich super durch den fettigen Mozzarella auf der Pizza. Das passt ganz wunderbar.

Ihr könnt aber auch mit einem Barbera zur Pizza generell nichts falsch machen. Oder einem Dolcetto. Wer jetzt nicht so gerne italienische Rotweine trinkt, der kann es mit einem Beaujolais versuchen. Aber bitte ein Beaujolais Cru. Ein Beaujolais Nouveau geht mit seiner forcierten Leichtigkeit bei all dem Käse und Belag einfach zu schnell unter. Generell soll ein Wein die Aromen einer Pizza ergänzen – und weder dominieren noch dabei den Kürzeren ziehen. Falls ihr generell lieber Weißwein trinkt, dann achtet darauf, dass dieser nicht zuviel Säure hat. Mit einem Pinot Grigio oder einem Lugana seid ihr da meist auf der sicheren Seite.

Wein zu Pizza: eine mit schwarzen Oliven belegte Pizza in der Nahaufnahme
Ein Chianti Classico passt zu fast jeder Pizza ©Engin_Akyur/Pixabay

Ausnahmen: Pilze und Meeresfrüchte

Mit den Wein-Allroundern könnt ihr generell sehr viel Spaß zu allen möglichen Pizza-Varianten haben. Chianti Classico, Dolcetto, Barbera und Co. passen zum Beispiel bestens, wenn es auf der Pizza mit Salami, Anchovis oder schwarzen Oliven etwas würziger zugeht. Anders sieht es allerdings bei einer Pizza Funghi aus. Pilze haben ja bekanntlich einen sehr starken Umami-Geschmack. Umami verstärkt in einem Wein die Bitterkeit, die Säure sowie das wärmende Gefühl des Alkohols. Zugleich verringert Umami aber die Wahrnehmung von Körper, Süße und Fruchtigkeit im Wein. Rotwein hat es hier also generell schwer – zumal er auch noch die feinen Pilz-Aromen plattmacht. Also besser Weißwein. Auch hier ist Pinot Grigio eine solide Wahl. Ebenso wie Roero Arneis.

Auch zu einer Pizza mit Meeresfrüchten passt ein Weißwein meist besser. Ihr wisst schon: feine Aromen und so. Der Pinot Grigio ist auch hier ganz vorne mit dabei. Vor allem, wenn er aus Südtirol kommt. Ich persönlich genieße aber auch sehr gerne einen Vermentino aus Sizilien dazu. Oder einen Prosecco. Für mehr Schaumwein im Leben!

Viele kleine weiße Champignons kopfüber auf einem Holzbrett
Dank des Umami-Geschmacks lassen sich Pilze nur schwierig mit Wein kombinieren ©Engin_Akyurt/Pixabay

Tipps für scharfe oder süßen Pizzen

Belegt ihr eure Pizza mit scharfen Peperoni, ist es nicht besonders empfehlenswert auf Allrounder wie Chianti Classico zurückzugreifen. Die Weinsäure könnte die Schärfe nämlich erheblich verstärken. Genuss wird da dann schwieriger. Schärfe lässt sich aber bestens mit Süße ausgleichen. Oder im Fall von Wein: mit Restsüße. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Riesling Kabinett? Aber bitte nur, wenn die Schärfe durch Peperoni oder Chili auf der Pizza auch wirklich dominieren sollte.

Kommen wir zur einer Pizza, die einen kulinarischen Glaubenskrieg ausgelöst hat: die Pizza Hawaii. Gekochter Schinken trifft auf Ananas. In Italien ist diese Kombination ja eher verpönt. Hierzulande hat sie aber nicht eben wenige Anhänger. Die Süße der Ananas passt in diesem Fall nicht gut zu den vinophilen Allroundern. Auch hier kann aber ein Riesling Kabinett super sein. Vor allem, wenn noch Curry als weitere Komponente mit ins Spiel kommt. Oder aber ihr lasst es mal richtig süß krachen und macht eine Beerenauslese oder einen Sauternes dazu auf. Klingt erstmal ungewöhnlich, passt aber tatsächlich ganz prima.

Welcher Wein zu Pizza-Hawaii?
Ananas auf der Pizza spaltet die Gemüter ©denithy/Pixabay

Wein zu Pizza Bianca

Bleibt nur noch eine Kombi von Wein zu Pizza. Nämlich zur sogenannten weißen Pizza. Die zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie ohne Tomatensoße gemacht wird. Ob nun Ricotta, Crème fraîche oder gar nichts, spielt in diesem Fall keine Rolle. Alle Varianten dürfen sich Pizza Bianca nennen. Und weil halt so gar keine Tomaten dabei sind, kann man hier vor allem beim Weißwein aus den Vollen schöpfen. Ist der Pizza-Belag fein, darf es auch im Glas etwas edler zugehen. Zu einer Pizza mit Trüffel passt zum Beispiel ein Champagner ebenso hervorragend wie ein Chardonnay aus dem Burgund. Dieser sollte nur nicht zuviel Holz gesehen haben. Bei einer veganen Variante mit gegrilltem Gemüse als Belag könnte ein Roero Arneis zum Beispiel wieder gut passen.

Letztlich gilt aber auch hier wie immer und ständig, wenn es um die Kombination von Speisen und Wein geht: es passt, was schmeckt. Wein zu Pizza ist schließlich weder hohe Kunst noch abgefahrene Wissenschaft. Wenn ihr zu eurer Salami-Pizza am liebsten einen knackigen Riesling trinkt, dann lasst euch diesen Spaß auch bitte in Zukunft nicht nehmen. Selbiges gilt natürlich auch, wenn ihr gerne einen Amarone als Wein zu Pizza genießt. Die Tipps hier sind lediglich gängige Vorschläge, die euch eine Orientierung bieten. Ein Dogma sind sie nun wahrlich nicht.

Copyright Titelbild: ©igorovsyannykov/Pixabay

*Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider. Gesetzte Links dienen Service-Zwecken und sind nicht kommerziell.

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