Weingut Dönnhoff: Hochkarätige Nahe-Rieslinge

Winzer Cornelius Dönnhoff vom Weingut Dönnhoff an der Nahe

Braucht es noch ein Porträt, wenn sich schon die großen Wein-Magazine dieser Welt vor Begeisterung überschlagen, sobald es um die Rieslinge vom Weingut Dönnhoff geht? Ja, sicherlich. Irgendjemand muss schließlich auch mal aus einer anderen Perspektive schwärmen.

Komme ich mir gerade ein wenig Größenwahnsinnig vor, weil ich euch das Weingut Dönnhoff aus Oberhausen an der Nahe näher bringen möchte? Nein. Höchstens etwas dumm. Sind wir mal ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand diesen Text hier liest, der weder das Weingut Dönnhoff kennt noch einen ihrer Rieslinge bis dato im Glas hatte, ist verschwindend gering. Also eigentlich müsste sie bei null liegen. Denn hier häufen sich einstimmig die Superlative: “Großmeister des deutschen Weißweins”, “Könige des Rieslings” – so schwärmt es auch den Fachpublikationen rund um Parker und Co, während Eichelmann 2012 Dönnhoff zum “Weingut des Jahres” kürte. Ja, Helmut und Cornelius Dönnhoff sind mit ihren Weinen in aller Munde – wenn sie nicht gerade genossen werden, dann spricht man eben über sie.

Und das ist auch alles mehr als verständlich. Jedenfalls meiner Meinung nach. Aber mich darf man da nicht so unbedingt als Maßstab nehmen. Schließlich hatte ich einen meiner Weinzaubermomente mit dem Riesling GG Schlossböckelheimer Felsenberg. Klar waren mir die Dönnhoff-Weine vorher schon bekannt. So als Guts- und Ortsweine. Das war so die Preisliga, in der ich damals ausschließlich genossen habe. Weine (zumal Weißweine!) über 30 Euro kamen bei mir nicht vor. Bis ich halt mal bei einer Probe das GG Felsenberg ins Glas bekam. Und mich auf der Stelle ob der feinen und zugleich wilden Mineralität (hallo, vulkanischer Boden; moin, steiler Südhang) restlos schockverliebte.

Zwei Hände in Nahaufnahme die einen Korken vom Weingut Dönnhoff halten
Dönnhoff – ein Name, der überall auf der Welt bei Weinliebhabern für Begeisterung sorgt ©Weingut Dönnhoff

Vertiefte Liebe dank Weingut Dönnhoff

Es war nicht nur meine Weihe in die Liga der Großen Gewächse und die nächste Qualitätsstufe, auf die ich mich damals begab. Es war der Anfang einer höchst intensiven Weinreise. Denn mit dem ersten Schluck vom GG Felsenberg erkannte ich, was Wein alles in einem auslösen kann – und damit ist wahrlich nicht die Wirkung des Alkohols gemeint. Nein, es sind diese vielen Wahrnehmungen, Assoziationen, Gedankenketten und Gefühlswelten, die da erst einmal durcheinanderpurzeln, wenn man etwas im Glas hat, das man in dieser komplexen Präzision einfach vorher noch nicht kannte. Jeder hat so seine Weinerlebnisse, die den nächsten Push bringen und den Grund zementieren, warum man sich immer mehr mit Wein beschäftigen möchte. Bei mir war es eben dieser Riesling vom Weingut Dönnhoff.

Ist solch eine Liebe erst einmal entstanden, dann wächst sie meistens auch. Und ja, dann darf man sich auch als kleines Blogger-Licht den großen internationalen Lobeshymnen anschließen. Wobei ich das Riesling-Rad hier nicht neu erfinden kann. Die Geschichte des Weinguts Dönnhoff ist hinlänglich bekannt. Die Familie ist schon seit 1761 an der Nahe zuhause. 1781 wird in der Familienchronik das erste Mal mit der Traubenblüte der Zusammenhang zum Wein hergestellt. Doch es war erst der Großvater von Helmut Dönnhoff, der sich auf Wein und vor allem auf Qualität fokussierte. Und dann Helmut Dönnhoffs Vater. Bis es schließlich Helmut Dönnhoff selbst war, der noch mehr Lagen dazu kaufte. Und der das Weingut Dönnhoff dann in die erste Riege der großen Weißweinproduzenten dieser Welt führte.

Blick auf die Lage Hermannshöhle im Nahe-Tal
Blick auf die legendäre Lage Hermannshöhle ©Weingut Dönnhoff

Vom Vater zum Sohn

Und das auch noch ganz ohne Dogmen und starre Regeln. Während andere entweder ausschließlich auf Reinzuchthefen oder Spontangärung setzten, gab es diesen Zwiespalt bei Helmut Dönnhoff nie. Beides hatte seine Berechtigung – je nach den Bedürfnissen des Weins eben. Und vor allem: nach dessen Charakter. Inzwischen besitzt das Weingut Dönnhoff Rebflächen in zehn Großen Lagen an der mittleren Nahe. Die Böden sind hier geprägt von Grauschiefer, Porphyr und Melaphyr, Vulkanverwitterung sowie roten Sandstein. Die Hänge sind steil und noch steiler, gerne auch in Südlage. Oder anders ausgedrückt: Helmut Dönnhoff sorgte für die besten Bedingungen und legte auch im Keller die höchsten (und hygienischsten) Standards fest.

Womit es an genau dieser Stelle Zeit für den Generationswechsel ist. Denn schließlich trägt seit inzwischen zehn Jahren Sohn Cornelius Dönnhoff die komplette Verantwortung im Betrieb. Ich persönlich finde es immer ein wenig ungerecht, dass nach wie vor mit leuchtenden Augen von Helmut Dönnhoff geschwärmt wird (persönlicher Eindruck in Gesprächen), dabei doch aber Cornelius Dönnhoff die Weine jetzt prägt. Zum einen ist es schon mal eine Leistung an sich, das extrem hohe Niveau derart kontinuierlich halten zu können. Zum anderen ist es Cornelius Dönnhoff aber auch zu verdanken, dass Weine wie etwa das Riesling GG Dellchen gerade unter jüngeren Weinliebhabern einen regelrechten Kult-Status haben.

Blick runter auf die Riesling-Lage Norheimer Dellchen an der Nahe
Das GG aus dem Norheimer Dellchen hat vor allem bei jüngeren Weinliebhabern voll den Kultstatus ©Weingut Dönnhoff

Weingut Dönnhoff begeistert Jung und Alt

An genau dieser Stelle lohnt es sich dann auch, mal genauer hinzuhorchen. Ja, jüngere Leute. Denn das Weingut Dönnhoff hat nicht nur bei all den super gediegenen und sehr renommierten und ehrwürdigen und extrem wissensreichen und klugen (und vielleicht auch ein Hauch versnobten) Weinliebhabern ein herrlich großes Ansehen. Nein, auch Einsteiger wie Jung-Nerds feiern das Weingut Dönnhoff gewaltig ab – um es mal in cool auszudrücken (was inzwischen wohl wieder voll out ist). Diesen Spagat schaffen von den etablierten und altehrwürdigen Weingütern dann doch nur recht wenige.

Und dann gibt es noch eine Besonderheit bei Cornelius Dönnhoff, die Weinen wie Menschen zuträglich ist. Nämlich seine Flexibilität. 2018 stellte er diese in den Dienst der Reben. Die Lese war verregnet. Cornelius Dönnhoff reagierte dementsprechend spontan. Und eben flexibel. Während andere Weingüter mit ihrem Plan haderten und nur allzu oft nass wurden, schickte Dönnhoff seine Crew nur raus, wenn es trocken war. Dann aber auch schon gerne bei Sonnenaufgang und bis in den späten Abend. Ziel war es, die beste Traubenqualität in den Keller zu bringen. Und dabei war eben auch das Wetter entscheidend.

Schild des Weinguts Dönnhoff vor selbigem
Willkommen auf dem Weingut Dönnhoff! ©Weingut Dönnhoff

Lese zur Zeiten einer Pandemie

2020 indes reagierte Cornelius Dönnhoff im Sinne der Mitarbeiter flexibel. Eigentlich ist das Weingut Dönnhoff zu jeder Jahreszeit immer ein perfekter Gastgeber. In der Vinothek die Weine zu verkosten, ist nie ein Problem. Zur Lese 2020 wurden allerdings alle Schotten dicht gemacht. Um das Team zu schützen, um die Lese zu sichern. Ein konsequentes Handeln zu Zeiten von Covid-19, das bei manchem erstaunte Blicke auslöste. Was aber eigentlich nur eine logische Konsequenz ist, wenn man von einem derart hohen Qualitäts- und damit auch Verantwortungsbewusstsein getrieben wird wie eben Cornelius Dönnhoff.

Copyright Titelbild: ©Weingut Dönnhoff

*Dieser Text wurde weder in Auftrag gegeben noch vergütet. Er entstand ohne Einfluss des Weinguts Dönnhoff und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider. Gesetzte Links sind nicht kommerziell und dienen allein Service-Zwecken.

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