Welcher Wein zu Lasagne?

Lasagne auf einem eckigen Teller - im Vordergrund ein Apfel, im Hintergrund eine halbierte Avocado

Sie ist einer der Dauerbrenner der italienischen Küche: die Lasagne. Neben der klassischen Version mit Hackfleisch und Béchamel gibt es unzählige Varianten mit Fisch und Gemüse. Da lohnt es sich, mal einen Blick auf ein paar Weine zu werfen, die besonders gut passen.

Alle kennen sie, die meisten lieben sie. Die Lasagne. Das leckere Kalorienmonster, das bei uns auch als “Lasagne al forno” bekannt ist und seine Ursprünge in Bologna hat, wo es “Lasagne pasticciate” oder “Lasagne alla casalinga” heißt, trumpft mit satten Aromen auf. Kein Wunder, denn der Klassiker ist ein Schichtgenuss aus Pasta, Hackfleisch-Tomatensauce und Béchamel. Und natürlich beliebig viel Parmesan oder anderem Käse. Das ist schon recht üppig vom Fettgehalt.

All das schreit nach Rotwein. Aber genau wegen des Fetts passt halt nicht jeder Rotwein. Zuviel Holz oder sehr präsente Gerbstoffe können da schnell kollidieren. Wer aber auf eine frische Säure, eine ausgeprägte Frucht und ausbalancierte Tannine setzt, kann nicht viel falsch machen. Was folgt, sind ein paar klassische Tipps zur klassischen Lasagne.

Ein Teller mit einem Stück Lasagne. Im Vordergrund: Eine Gabel voll mit Lasagne.
Leider lecker: Lasagne ©Bru-nO/Pixabay

Weinempfehlungs-Tour durch Italien

Beim Food-Pairing gehört es ja zu den Grundregeln, dass man ruhig auch einen Wein aus dem Land genießen soll, aus dem das Gericht ursprünglich stammt. Das ist bei der Lasagne nicht anders. Bologna. Da wären wir also in der Region Emilia-Romagna. Da liegt Lambrusco quasi auf der Hand. Ich bin da nicht unbedingt ein großer Fan und kann dementsprechend nicht aus dem Praxistest sagen, ob das (für mich) passt. Aber in der Theorie ist ja bekanntlich alles möglich. Wahlweise geht hier natürlich auch ein schöner regionaler Sangiovese.

Und wenn wir schon bei dieser italienischen Vorzeige-Rebsorte sind, reisen wir doch einfach mal gut 100 Kilometer Luftlinie weiter. Toskana! Chianti Classico! Ich muss zugeben, dass ein schöner Chianti Classico mit seinem mittleren Körper, der Säure und den meist saftigen Kirsch-Noten mein bevorzugter Wein zu einer traditionellen Lasagne ist. Die Kirsch-Aromen passen ganz herrlich zu den Tomaten in der Sauce. Und die Säure schneidet sich ganz wunderbar durch die fettigen Schichten des Gerichts.

Ein Blick über die Dächer der italienischen Stadt Bologna, durch die Wolkendecke blitzen Sonnenstrahlen
Heimat der Lasagne: Bologna ©Manamanohar/Pixabay

Rotweine weltweit zur Lasagne al forno

Wer seinen Sangiovese lieber etwas üppiger mag, wird wahrscheinlich auf einen Brunello di Montalcino zurückgreifen. Gereift. Damit das Tanninmonster nicht zuschlägt. Wobei auch andere italienische Weine von den Sommeliers dieser Welt immer wieder gerne empfohlen werden. Dolcetto zum Beispiel. Oder ein Nerello Mascalese aus Sizilien (es muss ja nicht immer Nero d’Avola sein). Ein Cannonau – so heißt die Rebsorte Grenache auf Sardinien – passt übrigens auch sehr gut. Und Barbera. Natürlich!

Ihr liebt Lasagne al forno, mögt aber italienische Rotweine nicht so gerne? Kein Problem! Wie wäre es mit einem Zweigelt aus Österreich? Wen es im Glas gen Frankreich zieht, der sollte auf einen Gamay setzen. Beaujolais lässt grüßen! Auch Carignan kann ich mir gut vorstellen. Die Weine haben zwar durchaus sehr kräftige Tannine, aber eben auch viel Säure. Das könnte also schon passen.

Eine Kasserolle mit rohem Gemüse: Knoblach, gelbe Paprika, getrocknete Chili, Champignons, frische grüne Chili und kleinen Tomaten
Die Weinauswahl kann bei Gemüse-Lasagne sehr vielfältig sein ©Engin_Akyurt/Pixabay

Weißwein zur vegetarischen Lasagne

Kommen wir aber mal zu ein paar anderen Varianten. Zum Beispiel Lachs und Spinat, Ricotta und Pilze oder aber eine reine Gemüse-Lasagne. Hier könnt ihr euch an folgender Regel grob orientieren: Sind keine Tomaten mit im Spiel, könnt ihr gerne auf Weißwein wechseln. Denn die Säure in den Tomaten verträgt sich meistens nicht so gut mit der eher ausgeprägteren Säure in Weißweinen. Oder aber sie macht säurearme Weißweine einfach platt. Sind also Tomaten in der Lasagne, greift zum Rotwein. Mit den Empfehlungen zur klassischen Variante mit Hack seid ihr da auch schon auf einen guten Weg. 🙂

Ist eure Lasagne eher cremig und frei von Tomaten, dann probiert doch mal einen im Holz gereiften Chardonnay dazu. Cremig und cremig kann eine super Kombination sein. Sind in der Lasagne reichlich Pilze drin und ihr habt keine üppige Béchamel, sondern seid vielleicht vegan mit Sojamilch, dann könnte auch ein Sauvignon Blanc recht gut passen. Und ansonsten gilt: Je zarter die Lasagne, desto feiner darf der Wein werden. Vielleicht probiert ihr bei einer vegetarischen Variante ohne Tomaten ja vielleicht sogar mal einen Prosecco aus? Das ist ein Pairing, das mir als Schaumweinliebhaberin natürlich besonders gut gefällt. 😉 Aber jetzt seid ihr endlich am Zug: Was für einen Wein trinkt ihr am liebsten zu eurer Lasagne?

Copyright Titelbild: ©lukinIgor/Pixabay

*Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt lediglich Anregungen. Gesetzte Links dienen Service-Zwecken und sind nicht kommerziell.

2 Gedanken zu „Welcher Wein zu Lasagne?“

  1. …ich würde in erster Linie auch bei den Italienern schauen und kann mir da ziemlich viel dazu vorstellen, deshalb schreib’ ich hier vor allem bei rot lieber, was für mich eher nicht in Frage kommt. Das sind vor allem die recht tanninhaltigen Weine, aber auch die tendenziell staubigen Sachen (wie viele Chianti). Wenn ich in meinen Keller schaue, dann mehr die kühleren Roten aus dem Norden (Pinot nero, Fumin..). Bei weiß bin ich hinsichtlich der Tomaten nicht so heikel. Ein bißchen mehr Charakter und durchaus auch Säure sollte der Wein schon haben, dann kann dazu auch ein Fiano aus Sizilien, ein Timorasso aus dem Piemont, ein Vernacchia di San Gimignano aus der Toskana, ein Nosiola aus dem Trentino oder ein Garganega (z.B. Soave) aus dem Veneto sehr gut passen. Also insbesondere bei Soave und Vernacchia natürlich nicht das Supermarktzeuch für 2,99 Euronen, eh klar… 😉

    1. Da siehste mal, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Die meisten Chianti Classico sind für mich alles andere als staubig. Gut die Riservas gehen da in die Richtung, deswegen habe ich sie extra nicht erwähnt.
      Und ich habe mit Weißweinen zu Tomaten tatsächlich so meine Probleme. Recht unterschiedliche Säuregeschmäcker, die sich (für mich – kann da nur für meinen Gaumen sprechen) oft beißen. Bei Rotweinen ist das dank der Tannine kein Thema. Die Idee mit Fumin ist deswegen direkt notiert und wird bei der nächsten Lasagne probiert. 🙂

Kommentar verfassen