Motorboot auf dem Gardasee

Lugana: Wein für die Massen?

Kaum zeigen sich im Frühling die ersten Sonnenstrahlen, fließt auch schon der erste Lugana-Wein in die Gläser der Deutschen. Tatsächlich erfreut sich kaum ein anderer Weißwein einer derart großen Beliebtheit. Woher aber kommen Hype und Wein? Und ist die Popularität denn nun gerechtfertigt oder nicht? Genau darum geht es jetzt.

Schon klar, Lugana polarisiert. Für die einen Genießer ist er Urlaub am Gardasee pur im Glas. Und unzertrennlich mit dem Sommer verbunden. Andere wiederum rümpfen die Nase und sind schnell mal mit dem Begriff Massenplörre bei der Hand. Nun ja. Wie immer im Leben, liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Schubladen bringen da nichts. Deswegen beleuchten wir zusammen das Phänomen Lugana-Wein hier jetzt mal aus den verschiedenen Blickwinkeln. Fangen wir einfach mal mit ein paar Fakten an, bevor wir uns der Erfolgsgeschichte von Lugana widmen.

Genau das führt uns jetzt direkt an das Südufer des Gardasees. In das Gebiet zwischen Brescia und Verona, um genau zu sein. Und eigentlich beginnen wir auch nicht am Gardasee, sondern bei dem Gletscher, der vor über 10.000 Jahren schmolz und die Natur damit formte. Durch diesen Gletscher entstand nicht nur der Gardasee, sondern auch die Moränenhügel, die ihn bis heute zum Teil umgeben. Direkt am See ist dieser Moränenboden sehr kalkhaltig, weiter im Hinterland spielt Lehm eine große Rolle. Für den Weinanbau zwei recht wesentliche Aspekte. Als der Gletscher schmolz, spielte das natürlich noch keine Rolle. Denn er hinterließ rund um den Gardasee ein sumpfiges Schwemmland, das Jahrtausende brauchte, um zu trocknen.

Torre di San Martino della Battaglia
Romantik pur am Gardasee! © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Lugana: Böden, Klima, Rebsorten

Bereits vor 1.500 Jahren entdeckten dann die Römer, dass sich vor allem das Südufer des Gardasees hervorragend für den Weinbau eignet. Zum einen wegen des tiefen und schweren Moränenbodens. Zum anderen aber auch wegen des Klimas. Denn am See findet man eine Mischung aus maritimen und kontinentalem Klima. Im Winter sind die Temperaturen sehr mild und unterschreiten tagsüber so gut wie nie die Null-Grad-Grenze. Im Sommer kann es potteheiß werden. Trotzdem verkochen die Trauben nicht in der Sommerhitze. Dafür verantwortlich sind Peler und Ora. Der kühle Nordwind Peler sorgt in den frühen Morgenstunden für einen kleinen Frischekick und ist damit der Grund, warum sich die Böden nicht so schnell aufheizen. Am Nachmittag weht dann der Südwind Ora durch die Weingärten. Dank ihm lösen sich Luftstaus, sodass diverse Rebkrankheiten kaum eine Chance haben.

Für die Hauptrebsorte im Lugana-Gebiet ist das ein echter Segen. Denn die Beeren von Trebbiano di Lugana haben zwar eine dicke Schale, die sie gut vor Sonne und Hitze schützen, sie sitzen aber auch sehr eng in der Traube beieinander. Würde da nicht regelmäßig die Luft drum herum wirbeln, würden Hitzestaus dann eben doch Rebkrankheiten begünstigen. So allerdings nicht. Übrigens: Wundere dich nicht, wenn du mal vor Ort bist und hörst, dass Lugana nicht aus Trebbiano, sondern aus Turbiana bereitet wird. Regional nennt man die Traube so, um Verwechslungen mit Trebbiano (auch bekannt als Ugni Blanc) zu vermeiden. Denn mit der ist Turbiana nicht mal ansatzweise verwandt, sondern mit Verdicchio. Aber bevor ich dich jetzt vollends verwirre: Händler bezeichnen in ihren Shops die Rebsorte gerne als Trebbiano di Lugana, die Winzer vor Ort nennen sie eigentlich immer Turbiana. Punkt.

Mann schneidet Weintraube vom Rebstock für Lugana-Wein
Voilà: Turbiana, aka Trebbiano di Lugana aka Verdicchio. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Lugana-Weine und die geschützte Ursprungsbezeichnung

Womit wir jetzt die Grundvoraussetzungen für die Erfolgsgeschichte des Lugana-Weins geschaffen hätten. Aber wie kam es denn nun zu diesem Erfolg? Nun, Weinanbau war im Lugana-Gebiet eigentlich schon immer Trumpf. Wie überall am Gardasee baute man nach dem Zweiten Weltkrieg aber vor allem internationale Rebsorten an. Nur hier und da gab es nach Kriegsende ein paar Winzer, die eben auf Turbiana als weiße Traube setzten. Und damit große Geschmackserfolge erzielten. Der Großteil der Weinbauern blieb der Rebsorte aber gegenüber tatsächlich skeptisch. Nur einer hatte eine ganz große Vision: Lodovico Montresor, Winzer und Inhaber vom Weingut Otella in der Gemeinde Peschiera del Garda. Montresor glaubte fest an die Qualitäten seines Weißweins und begründete diese mit dem Dreiklang aus Rebsorte, Klima und Böden.

Bereits 1964 zeichnete er in eine Karte die Grenzen des Gebiets ein und arbeitete fieberhaft daran, dass der Lugana-Wein eine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOC = Denominazione di origine controllata) bekommen sollte. Warum ihm das so wichtig war? Weil mit einer geschützten Herkunft auch genaue Regeln bei der Weinbereitung einhergehen, die wiederum für eine bessere Weinqualität in der ganzen DOC sorgen. Na ja, und weil sich ein DOC-Wein schon damals einfach wesentlich besser vermarkten und verkaufen ließ. Jedenfalls betrieb Montresor mit ein paar anderen Winzern kräftig Lobby-Arbeit. Und 1967 war es dann so weit. Lugana bekam eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Hurra! Seitdem erstreckt sich das Gebiet über die Gemeinden Peschiera del Garda, Desenzano del Garda, Lonato del Garda, Sirmione und Pozzolengo. Wobei Peschiera del Garda in der Region Venetien liegt – die vier anderen Gemeinden in der Lombardei. Lugana-Weine sind also waschechte Grenzgänger.

Karte vom Lugana-Gebiet am Gardasee
Wo man am Gardasee das Lugana-Gebiet findet. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Eine Erfolgsgeschichte beginnt

Mit der DOC-Gründung ist das Phänomen Lugana aber längst noch nicht geklärt. Denn 1967 waren im Gebiet gerade einmal 700 Hektar bestockt. Übrigens hauptsächlich mit Turbiana, die bereits damals mindestens 90 Prozent in einem Wein ausmachen musste, um sich Lugana nennen zu dürfen. 2022, also nur 55 Jahre später, standen sage und schreibe 2.560 Hektar unter Reben. Was für ein Wachstum! Kommen wir also zum Eingemachten dieser Erfolgsgeschichte. Diese beruht zunächst einmal auf einem glücklichen Zufall.

Denn in den 1960er-Jahren setzte dank des wirtschaftlichen Aufschwungs die Reiselust der Deutschen ein. Viele Urlauber trieb es nach Italien. Fliegen war damals noch ein echter Luxus. Die meisten Touristen nutzten also Auto oder Bahn. Damit war vor allem ein Urlaubsziel recht bequem zu erreichen. Der Gardasee. Hier kamen die Reisenden dann also mit dem Lugana-Wein in Berührung. Bereits damals brillierte dieser mit seiner herrlich unkomplizierten Art und mit seinen Aromen von Zitrone, Mandel sowie den floralen Anklängen. Ein herrlicher Sommerwein! So fruchtig und frisch zugleich!

Zwei Frauen stoßen an einem See mit Lugana-Wein im Glas an
Sommer, Sonne – und dazu ein Gläschen Lugana-Wein. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Lugana-Weine und der Edelstahltank

Dieser vordergründig frisch-fruchtige Geschmack kam nicht von ungefähr. Denn wie es der Zufall nun einmal so will, gab es ab den 1970er-Jahren eine neue Modeerscheinung im Weinbau, die auch vor den Lugana-Winzern nicht Halt machte: der Edelstahltank. Oder besser gesagt der Weinausbau im Edelstahltank. Was heute total normal ist, war damals tatsächlich erst ein Trend, der sich noch durchsetzen musste. Nun, im Lugana-Gebiet machte er das rasend schnell. Denn die Winzer fanden heraus, dass der Ausbau in einem chemisch neutralen und vor allem luftdichten Behälter die Reinheit der Frucht extrem gut bewahrte. Und dass dieser reduktive Ausbau genau den Geschmack der deutschen Touristen traf.

Diese nahmen den Urlaubsgeschmack mit nach Hause. Zuerst in Flaschen, dann nur noch als bloße Erinnerung, wenn alle Mitbringsel ausgetrunken waren. Es blieb dann nur der Gang zum Weinhändler, um Nachschub zu besorgen. So konnte man den Urlaub einfach im Glas verlängern. Und die Händler taten natürlich ihre heilige Pflicht: sie importierten den Wein und bedienten die Massen.

Lugana-Weine: Die Qualitäten im Überblick

In den 1980er-Jahren war der deutsche Tourismus am Gardasee quasi am Zenit angekommen. Vor Ort und dann natürlich auch zuhause trank man Lugana. Die Rebflächen wuchsen rasend schnell. Die Preise allerdings nicht. Jedenfalls damals noch nicht. Lugana-Weine waren also ein voller Erfolg. Aber eben noch nicht ganz so ein wirtschaftliches Glanzstück. Letztlich muckelte jeder Winzer so vor sich hin. Es gab kein Sprachorgan für alle. Das änderte sich erst 1990 mit der Gründung des Lugana-Konsortiums (Consorzio di Tutela Lugana DOC). Plötzlich gab es eine offizielle Vertretung für die wirtschaftlichen Interessen, das zugleich die Verantwortung für Markenschutz und Marketing übernahm. Und ganz nebenbei machte es sich daran, die bereits vorhandenen Qualitäten zu kategorisieren und weiterzuentwickeln. Genau die schauen wir uns jetzt in einem kleinen Abstecher an.

Rebflächen am Gardasee aus der Vogelperspektive fotografiert
Hügel oder gar Berge sind im Lugana-Gebiet recht selten. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Die Basis: Lugana DOC

Der einfache Lugana macht tatsächlich 90 Prozent der Gesamtproduktion aus. Wenn ich hier nur von Lugana schreibe, ist er damit gemeint. Dieser Lugana-Wein wird tatsächlich konsequent im Edelstahltank ausgebaut. Er ist fruchtig und frisch und sollte möglichst jung genossen werden. Was übrigens kein Problem ist, denn traditionell kommt der neue Jahrgang bereits am 15. Januar heraus. Lange Ausbauzeiten gibt’s hier also nicht. Ach ja, und ein Lugana DOC muss mindestens elf Volumenprozent Alkohol haben.

Next Level: Lugana Superiore

1998 führte das Konsortium die Qualitätsstufe Superiore für Lugana-Weine ein. Dieser muss mindestens 12 Monate reifen, bevor er auf den Markt kommen darf. Vorzugsweise im Holzfass, übrigens. Auch muss er mindestens 12 Volumenprozent Alkohol vorweisen können. Ein Lugana Superiore ist dann schon etwas komplexer mit Anklängen von Haselnuss, Kräutern und einem etwas fülligerem Körper. 

Königsklasse: Lugana Riserva

Ah, hier lässt man sich Zeit! Mindestens 18 Monate lang baut man eine Lugana Riserva im Holzfass aus – gefolgt von sechs Monaten Flaschenreife. Da wird es dann tatsächlich komplex am Gaumen, mit viel Struktur und salzigen und/oder nussigen Noten, Anklängen von getrockneten Kräutern und Gewürzen. Die Riserva-Variante gibt’s übrigens seit dem Jahr 2011.

Kleiner Hafen amitalienischen Gardasee aus der Vogelperspektive fotografiert
Sehnsuchtsort vieler deutschen Touristen: Gardasee. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Die süße Seite: Lugana Vendemmia Tardiva

Bereits vor der Gründung des Konsoritums gab es mit der Vendemmia Tardiva das Lugana-Äquivalent zur Spätlese. Und das ist hier tatsächlich wörtlich gemeint. Denn dank des Klimas werden die Trauben oft erst Anfang November gelesen. Anders als beim ebenso süßen Passito, den man Gardasee findet, werden hier die Trauben nicht angetrocknet, sondern erhalten ihren hohen Zuckergehalt durch eine dezente Überreife. Dementsprechend dominieren eher Aprikosenkompott und Honig, was aber zu den typischen Gardasee-Desserts tatsächlich sehr gut passt.

Blubber für alle: Lugana Spumante

Den Lugana gibt es auch als Schaumwein! Und das bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts! Lugana Spumante darf er sich aber erst seit 1975 nennen. Ein Großteil der Schaumweinproduktion kommt – wie in Italien eben so üblich – aus dem Drucktank. Stichwort Metodo Martinotti (außerhalb Italiens als Charmat-Methode bekannt). Wobei hier und da auch die traditionelle Flaschengärung zur Anwendung kommt. So oder so ist ein Lugana Spumante mit seinen zitrischen Noten und seiner tänzelnden Säure ein wirklich guter Aperitif.

Und die Erfolgsgeschichte geht weiter

Die offizielle Weiterentwicklung der Qualitätsstufen war aber nur ein Teilaspekt des Lugana-Konsortiums. Der eigentliche Kraftakt bestand darin, die 210 Weinbauern und 90 Produzenten und Weingüter unter einem Dach zu vereinen, sodass sie alle am selben Strang ziehen. Aber es gelang. Wie sehr, das sieht man übrigens an der Preisentwicklung. Noch um die Jahrtausendwende kostete eine Flasche Lugana etwa drei Euro – heute ist der Wein schon ein Schnäppchen, wenn man ihn unter zehn Euro bekommt. Das ist schon eine gehörige Preissteigerung. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass die Produzenten gierig geworden sind. Klar, auch solche mögen dabei sein. Wenn man allerdings vor Ort die unterschiedlichen Weingüter besucht, dann sieht man recht deutlich, dass da sehr viel Geld in Kellertechnik und in die Weingärten gesteckt wird. Und in die “Entwicklung” der unterschiedlichen Geschmacksprofile.

Denn zwischen 1990 und heute entwickelte sich natürlich auch die Kellertechnik weiter. So ist etwa die kontrollierte Gärung bei niedrigen Temperaturen jetzt Gang und Gäbe. Und ja, das veränderte das Lugana-Geschmacksprofil, das jetzt zusätzlich oft mit Noten von Eisbonbon oder Bananen-Aromen glänzt. Typisch für eine Gärung bei niedrigen Temperaturen. Gezielt gewählte Reinzuchthefen tun ihr Übriges, um konstant einen typischen Lugana-Geschmack hervorzubringen. Da hat natürlich jeder Betrieb so seine eigene Stilistik.

Erntehelfer lesen Weintrauben für Lugana-Wein
Bei den Abständen könnte man hier auch alles maschinell machen. Oft findet man dann aber doch noch Handarbeit. © Consorzio di Tutela Lugana DOC

Lugana-Weine: Die Masse macht’s

Vor allem bei den Großproduzenten und Kellereien sorgt nicht das Terroir für den entscheidenden Unterschied, sondern der Jahrgang. Lugana aus einem warmen Jahr kann ein super Speisenbegleiter sein. Vor allem zu Fisch und Muscheln – aber auch zu Risotto oder Pasta. Ein Lugana aus einem kühlen Jahr ist indes ein ganz bezaubernder Aperitif. Letztere Variante wird allerdings immer seltener. Denn der Klimawandel macht auch vor dem Gardasee nicht halt. Dieser war wegen seines Wassermangels ja erst kürzlich in den Schlagzeilen. Schaut man sich vor Ort derweil in den Weingärten um, findet man fast überall installierte Anlagen für Tröpfchenbewässerung.

Allerdings sieht man dank der braunen Streifen direkt unter den Rebzeilen dann auch, dass hier Glyphosat leider noch sehr großzügig zum Einsatz kommt. Tatsächlich arbeiten nicht mal zehn Prozent der Winzer ökologisch. Biodynamisch niemand. Jedenfalls nicht zertifiziert. Und wenn man sich gerade bei Platzhirschen wie Cà dei Frati oder Cà Maiol die extrem schweren Glasflaschen anschaut, dann bekomme ich persönlich schon ein wenig Zornesröte ins Gesicht, weil das Wörtchen Nachhaltigkeit dafür einfach zu inflationär gebraucht wird.

Riesiger Edelstahltank beim Lugana-Produzenten Cà Maiol
Der Tank bei Cà Maiol ging nicht ganz aufs Bild – er fasst 220.000 Liter! © NK/Bottled Grapes

Wohltuende Lugana-Kleinode

Wobei wir jetzt an dem Punkt angekommen sind, an dem man tatsächlich nicht alle Lugana-Produzenten über einen Kamm scheren sollte. Ja, Lugana ist in erster Linie ein Massenwein. Was eben den Großproduzenten zu verdanken ist. Diese haben mit ihrer wirtschaftlichen Kraft aber nun einmal auch für den Aufschwung des Gebiets gesorgt. Und davon profitieren dann eben auch kleine Player wie Cascina Maddalena, wo es der Familie auf nur vier Hektar Rebfläche gelingt, tatsächlich das unterschiedliche Terroir in ihren Lugana-Weinen herauszuarbeiten.

Oder nehmen wir das Weingut Montonale, das selbst seinen einfachen Lugana-Wein beeindruckend lange auf der Hefe lässt, was für viel zusätzlichen Schmelz und gehörig Komplexität sorgt. Auf Borgo la Caccia indes experimentiert man freudig mit dem Ausbau in Amphoren sowie mit unterschiedlichen Maischestandzeiten. Ob das Experiment gelingt, wird man 2024 auf der Vinitaly erstmals sehen. Und dann gibt es ja auch noch Winzerinnen wie Ambra Zanetti mit ihrem Weingut El Citera, die da Lugana-Weine auf die Flasche bringt, die mit den quietschigen Massenweinen mal so rein gar nichts zu tun haben.

Turbiana-Reben für Lugana-Wein
Und auch hier: Tröpfchenbewässerung. Dafür aber wenigstens Rebzeilenbegrünung. © NK/Bottled Grapes

Lugana-Wein: Was bringt die Zukunft?

Zugegeben, diese Kleinode bekommt man weder im deutschen Supermarkt noch in einem gängigen Fachhandel. Da muss man hierzulande schon ein wenig suchen. Am besten entdeckt man diese Juwelen tatsächlich vor Ort. Dort bekommt man hautnah mit, dass Lugana-Wein nicht zwangsläufig gesichtslos und beliebig sein muss. Und dass in dem Gebiet noch mächtig viel Bewegung steckt.

Wobei dem Wachstum tatsächlich Grenzen gesetzt sind. Bis zu 2.800 Hektar Rebfläche sind gesetzlich für die Region erlaubt. Derzeit ist man eben bei 2.560 Hektar. Viel Wachstum ist da nicht mehr drin. Wenn aber gerade die Großproduzenten nicht noch mehr Masse unters Volk bringen können, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man gibt sich mit dem, was man hat, zufrieden. Oder man erhöht die Preise. Bis es der Markt vielleicht nicht mehr mitmacht. Natürlich gibt es auch noch eine dritte Möglichkeit. Man erhöht die Preise und schraubt gleichzeitig an den eh schon guten bis hervorragenden Qualitäten und sorgt für mehr Individualität. Was auch immer es wird: die Entwicklung bleibt spannend. Und Lugana-Weine werden wohl auch weiterhin polarisieren.

Copyright Titelbild: © Consorzio di Tutela Lugana DOC

*Dieser Artikel wurde weder beauftragt noch vergütet. Die Recherche fand aber großteils vor Ort im Rahmen einer Pressereise statt. Trotzdem spiegelt der Text meine eigene Meinung wider. Empfohlene Weine sind ausschließlich meinem eigenen Geschmack geschuldet. Gesetzte Links dienen Service-Zwecken und sind nicht kommerziell.

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2 Kommentare

  1. Hallo Frau Korzonnek,

    danke für diesen flott geschriebenen und zugleich ernsthaft die Fakten zusammenstellenden Artikel über Lugana. Bin tatsächlich das erste Mal über Ihren Weinblog gestolpert, oder zufällig reingesurft? Egal! Nicht das letzte Mal.
    Weinfreundliche Grüße!

    1. Lieber Herr Riedl,

      es freut mich sehr, dass ich Sie als Leser gewinnen konnte! 😊

      Herzliche Grüße
      Nicole

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