Weintrends 2024 grafisch dargestellt

Weintrends 2024: Ein Blick in die vinophile Glaskugel

Pünktlich zum Jahresbeginn fragt sich die Weinwelt mal wieder, was denn so im Laufe der nächsten 12 Monate super relevant sein könnte. Eine Glaskugel braucht man dafür freilich nicht unbedingt, wenn man den Markt aufmerksam beobachtet. Was ich für dich gemacht habe. Voilà: Entdecke die fünf größten Weintrends 2024.

Es ist ja nicht so, dass sich jedes Jahr komplett neu erfindet. Deswegen gibt es eben auch bei den Weintrends 2024 einige Sachen, die bereits 2023 Thema waren. Vor allem, weil sich viele Trends bedingen. Und genau diese Verknüpfungen möchte ich in diesem Jahr einfach mal gezielt hervorheben. Natürlich kannst du davon ausgehen, dass auch 2024 wieder Piwis und Schaumweine eine große Rolle spielen werden. Vor allem bei den Schaumweinen geht die Tendenz gerade weg vom Champagner und hin zum Crémant. Zumindest, wenn man die Pressemeldungen zum Absatzeinbruch bei Champagner und dem Aufschwung von zum Beispiel Crémant de Bordeaux gelesen hat. Und spätestens im Sommer trumpfen bestimmt auch die Roséweine dieser Welt wieder mächtig auf und sind in aller Munde. Die eigentlichen Weintrends 2024 sind allerdings nicht ganz so schick oder gar glamourös.

Weintrends 2024: Damp Drinking statt Dry January

Weintrends 2024: Mäßiger Weingenuss
Hat den Dry January abgelöst: Damp Drinking. © Brian A. Jackson/iStock

Noch 2023 galt es als einigermaßen schick, einen Dry January zu machen. Also einen alkoholfreien Januar. Dieses Jahr indes scheint Dry-January-Bashing angesagt zu sein. Das fing in der ersten Januar-Woche mit unzähligen Instagram-Reels an, die mit der Dry-Begrifflichkeit spielten und es so ummünzten, dass man im Januar also bitteschön ausschließlich trockene Weine zu trinken habe. Und ja, das war bereits beim ersten Reel schon nicht witzig. Trotzdem fluteten solche Reels meine Timeline. Was etwas arg ermüdend war. Parallel schwappte dann auch noch von TikTok das Thema Damp Drinking zu Instagram rüber, wo es vor allem von Wein-Influencern dankbar aufgegriffen wurde. Und auch die Weinwirtschaft widmete sich dem maßvollen Genuss im ersten Editorial des Jahres. Denn nichts anderes bedeutet Damp Drinking ja.

Nun hat jeder eine andere Definition von maßvoll. Und wir Menschen in der Weinbranche samt dazugehöriger Bubble könnten da ruhig noch ein wenig tiefer stapeln. Nicht umsonst gab es unter Weinfachhandelnden mal folgende Alkoholfreiregel: Einen Tag pro Woche, eine Woche pro Monat und einen Monat pro Jahr. Was dann durchaus wieder für den Dry January spricht. Wobei der alkoholfreie Monat natürlich frei nach Lust und Laune stattfinden kann. Wie dem auch sei: Maßvoller Genuss gehört eindeutig zu den großen Weintrends 2024. By the way: Erst am 16. Januar 2024 veröffentlichte das Deutsche Weininstitut eine neue Weinkonsum-Statistik. Und die zeigt: Es wird tatsächlich immer weniger Wein getrunken. Und zwar umgerechnet etwa eine Flasche weniger pro Person.

No & low Alcohol

Alkoholfreier Wein gehört zu den großen Weintrends 2024
Nicht mehr wegzudenken: Alkoholfreier Wein. Dariia Chernenko/iStock

Was uns dann nahtlos zu einem der größten Weintrends 2024 bringt. Oder halt Nicht-Weintrend. Denn natürlich geht es um alkoholfreien Wein. Keine Bange, ich drösel jetzt hier nicht noch einmal alle Statistiken auf. Das habe ich bereits in meinem Text zum Thema alkoholfreier Wein gemacht. Da kannst du alles nachlesen. Auch wenn für Weinkenner und Co. alkoholfreie Weine in der Regel keine echte Alternative sind, empfehle ich zumindest den Weinhändlern dieser Welt, sich diesen Trend nicht entgehen zu lassen. Denn die Nachfrage wird steigen. Als privater Weinliebhaber kann man alkoholfreie Weine auch einfach ignorieren, wenn sie einem nicht zusagen.

Für beide Gruppen interessant könnten allerdings Weine mit weniger Alkohol sein. Immer, wenn es um no & low Alcohol geht, stehlen die alkoholfreien Weine ihren alkoholarmen Brüdern die Show, sodass diese gar nicht so sehr in der Öffentlichkeit stehen. Was aber nichts daran ändert, dass sich die Zeit der Wuchtbrummen mit 15 Volumenprozent Alkohol oder mehr dem Ende zu nähern scheint. Denn selbst bei üppigen Rotweinen greifen Konsumenten inzwischen bevorzugt zu denen, die am wenigsten Alkohol haben. Und da sind wir noch gar nicht im Bereich von low! Die Definitionen gehen da leider auseinander. Für viele Weinfachmenschen geht das bis elf Volumenprozent Alkohol. Womit wir da zum Beispiel beim typischen Kabinett-Wein wären. Andere hingegen sehen die Obergrenze bereits bei 3,5 Volumenprozent Alkohol. Womit wir uns da dann eher bei weinähnlichen Getränken wären. Also Cider zum Beispiel, oder Poiré. Und auch das bringt uns nahtlos zu den nächsten Weintrends 2024.

Weinähnliche Drinks und Weinmischgetränke

Weinschorle auf einem sommerlichen Gartentisch
Gehört eindeutig zu den Weintrends 2024: Weinschorle. © www.deutscheweine.de

Sekt aus Selleriesaft? Met? Apfelwein? Ja, das alles gehört zu den Weintrends 2024. Denn “Wein” kann man eben nicht nur aus Trauben machen. Gut, er darf sich dann eben nicht offiziell Wein nennen, sondern eben “weinähnliches Getränk”. Aber das ändert nichts daran, dass genau diese Varianten vor allem bei der GenZ inzwischen reißenden Absatz finden. Wobei solche weinähnlichen Getränke jetzt wahrlich nichts Neues sind. Ich habe mich bereits vor zehn Jahren schon von einem Sekt aus Holunderblüten begeistern lassen. Aber das ist dann wieder ein anderes Thema.

Was zum Thema gehört, sind aber eindeutig Weinmischgetränke. Denn auch diese sind Teil der Weintrends 2024.  Aperol Spritz und Co. gehören zum Beispiel dazu – und erleben derzeit eine Renaissance erleben. Ich denke da aber auch in Richtung Weinschorle. Ja, eben die kann man prima selbst machen. Aber es gibt eben auch immer mehr Winzer, die ganz gezielt Weinschorlen aller Arten im Portfolio haben. Sozusagen als sommerliche Ergänzung zu ihrem winterlichen Glühwein. Wirtschaftlich ist das auf jeden Fall sehr clever. In der Regel gibt’s diese Weinschorlen dann auch in kleinen Flaschengrößen. So 0,3 Liter sind zum Beispiel sehr gängig. Und das dann seit neuestem sogar oft in einer Mehrwegflasche. Du ahnst es sicherlich schon: Damit läuten wir direkt den nächsten Weintrend ein.

Weintrends 2024: Alternative Verpackungen

Blick auf eine Getränkedose mit sommerlich-nassem Arrangement drum herum
Gehört Wein aus der Dose schon zu den Weintrends 2024? © Sofiia Tiuleneva/iStock

Bereits 2023 waren die Mehrwegflaschen in aller Munde. So sorgte etwa das Weingut Galler mit seiner neuesten Piwi-Kreation in Bierflaschen für Furore. Und auch die Bag-in-Box war wieder verstärkt im Gespräch. Ja, sogar Weinflaschen aus Papier kamen in Deutschland auf den Markt. Alternative Verpackungen sind aber auch aus den Weintrends 2024 nicht wegzudenken.

Denn neben all den bereits aufgeführten Alternativen könnte 2024 auch die große Stunde der Getränkedose hierzulande schlagen. In den Vereinigten Staaten ist “Canned Wine” längst Standard. In Deutschland ist dafür die Akzeptanz (noch) recht gering. Was aber halt nur für Wein an sich gilt – nicht für Weinmischgetränke. Ich bin mir recht sicher, dass ich auf der ProWein 2024 nicht nur einen Anbieter damit sehen werde. Auf jeden Fall werde ich dich da auf dem Laufenden halten. Weinmischgetränke und Dose scheinen aber tatsächlich ein perfektes Match zu sein.

Out-of-the-Box-Weinregionen

Schild der Weinstraße in Georgien
Weine abseits der großen Player – das ist eindeutig ein Trend! © Maleo Photography/iStock

Zugegen, alle Weintrends 2024, die bis hierhin Thema waren, sind halt aber eher Geschichten für den Weinmarkt an sich. Obwohl es schon super spannend ist zu sehen, wie alles irgendwie miteinander zusammenhängt. Der letzte Weintrend ist dann aber nicht nur etwas für Profis, sondern eben auch für private Weinliebhaber. Und er leitet sich nicht von den anderen Weintrends 2024 ab. Denn Weinländer, die nicht zu den gängigen Giganten gehören, spielen eine immer größere Genussrolle im Glas. Also Weine aus Georgien zum Beispiel. Oder Slowenien, Ungarn und Kroatien. Mit vielen Grüßen aus dem europäischen Osten.

Aber auch Weine aus der Türkei findet man immer häufiger im gut sortierten Fachhandel. Da nehmen Gewächse aus Griechenland fast schon eine Nebenrolle ein. Wobei ich an dieser Stelle noch einmal eine Lanze für Weine von Kreta oder Santorini brechen möchte. Aber das sind halt keine wirklichen Exoten mehr. Slowenien und Kroatien stehen für die ProWein 2024 jedenfalls schon auf meiner Verkostungsliste. Ebenso wie Uruguay und Mexiko übrigens. Ein Blick über den großen Teich kann in dieser globalisierten Weinwelt schließlich auch nicht schaden. Womit du jetzt in Sachen Weintrends 2024 auf dem Laufenden bist. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Was davon ist für dich relevant?

Copyright Titelbild: © ​​Sachol Sutto/iStock

*Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er wurde weder beauftragt noch vergütet und spiegelt lediglich meine persönliche Meinung wider. Gesetzte Links sind nicht kommerziell, sondern dienen ausschließlich Service-Zwecken.

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